Gedankenkiste · Grundgedanke

Wenn eine Entscheidung mehrere betrifft

Kurz gesagt

Betrifft eine Entscheidung nur mich, trage ich ihre Folgen selbst. Können andere Menschen davon betroffen sein, positiv wie negativ, gehört für mich die Kommunikation vor die Handlung. Bei gemeinsamen Schritten braucht es zusätzlich die Zustimmung der Betroffenen, abhängig von den jeweiligen Verantwortungsbereichen.

Der Grundgedanke

Aus einer Wahrnehmung können Möglichkeiten entstehen. Manche Möglichkeit betrifft nur mich selbst. Dann treffe ich die Entscheidung und trage ihre Konsequenzen selbst.

Andere Möglichkeiten können auch andere Menschen betreffen. Dann ist mir die Kommunikation vor der Handlung wichtig, nicht erst danach. Das gilt auch dann, wenn ich selbst gute Folgen erwarte. Eine gut gemeinte Entscheidung bleibt eine Entscheidung über einen anderen Menschen, wenn ich sie ohne ihn treffe.

Bei gemeinsamen Schritten reicht die Kommunikation allein nicht. Vor einer gemeinsamen Handlung braucht es zusätzlich die Zustimmung der betroffenen Personen, abhängig davon, welchen Verantwortungsbereich jede Person trägt. Ohne diese Zustimmung und ohne benannte Verantwortung lässt sich später schwer sagen, wer wofür einsteht, wenn sich die Situation verändert.

Nach einer Handlung schaue ich erneut hin. Was verändert sich in meinem eigenen Handeln, was im Handeln des Gegenübers? Darüber möchte ich sprechen und weiterdenken.

Dieser Gedanke hört für mich nicht mit einer einmal gefundenen Antwort auf. Jede neue gemeinsame Entscheidung verdient dieselbe Sorgfalt.

Menschen & Familie

Wer in der Familie muss vorher gefragt werden, wenn eine Entscheidung mehrere betrifft?

Beispiel

Eine Familie überlegt gemeinsam, den Wohnort zu wechseln. Diese Entscheidung betrifft alle, die dort leben. Ein Elternteil legt sich bereits vorläufig fest, bevor die anderen Beteiligten gehört wurden. Erst ein Gespräch vorher hätte gezeigt, wessen Verantwortungsbereich dabei überhaupt berührt ist und wer zustimmen müsste.

Tiere & Zusammenleben

Wie fließen die Wahrnehmung des Tieres und die Zustimmung der beteiligten Menschen zusammen, wenn eine Entscheidung das gemeinsame Zusammenleben mit ihm verändert?

Beispiel

Mehrere Menschen teilen sich die Versorgung eines Hundes. Einer von ihnen möchte die täglichen Spaziergangszeiten ändern. Vor der Umstellung sprechen sich alle Beteiligten ab und schauen sich an, wie sich der Hund zur bisherigen Zeit verhält. Nach der Umstellung beobachten sie, ob sich sein Verhalten zur neuen Zeit unterscheidet, etwa ob er zu einer der beiden Zeiten unruhiger wirkt als vorher.

Unternehmen & Entwicklung

Wer trägt welchen Teil der Verantwortung, wenn eine Entscheidung von der Führungsebene den Alltag mehrerer Menschen verändert?

Beispiel

Eine Führungsperson entscheidet für ein Team eine neue Arbeitsweise. Aus ihrer Sicht ist die Entscheidung gut durchdacht. Für die Personen, die die neue Arbeitsweise täglich umsetzen, wirft sie Fragen auf, die vorher nicht besprochen wurden, etwa wie sich bestehende Abläufe dadurch verändern. Die Führungsperson trägt die Entscheidung in ihrem Verantwortungsbereich. Das Gespräch mit dem Team vorab hätte offene Fragen der Umsetzung sichtbar gemacht.

Sport & Mannschaft

Wer in der Mannschaft muss zustimmen, bevor eine Entscheidung getroffen wird, die alle betrifft?

Beispiel

Eine Mannschaft überlegt, die Trainingszeiten zu ändern. Die Entscheidung darüber liegt beim Trainer, das gehört zu seinem Verantwortungsbereich. Er legt die neue Zeit fest, ohne die Spielerinnen und Spieler vorher zu fragen, für wen sie überhaupt umsetzbar ist. Die Entscheidungskompetenz allein ersetzt das vorherige Gespräch nicht. Ein kurzer Austausch vorab hätte gezeigt, welche Termine für wen schwierig sind, bevor die neue Zeit feststeht.

Wie geht's weiter?